Beijing – Ende der Reise

Ursprüngliches Leben
Ursprüngliches Leben

Jetzt ist es doch tatsächlich soweit – in zwei Tagen fliege ich nach Hause. Ich kann es noch gar nicht glauben! Vor allen Dingen habe ich das Gefühl, dass ich eher 4 Jahre als 4 1/2 Monate unterwegs war. Das

Öffentlicher Fittnessraum
Öffentlicher Fittnessraum

liegt bestimmt an der Unmenge von Eindrücken und Abenteuern, die ich erlebt habe. Immerhin waren es drei große Länder, die ich bereist habe. Davon 8961 km mit der Bahn (das meiste in der dritten Klasse), circa 2.000 km mit dem Bus in der Mongolei und sage und schreibe knapp 2.000 km habe ich mir zu Fuß erlaufen (weiß ich durch mein Garmin Device) – da kommt natürlich etwas zusammen…

Touristenströme entlang der Seen
Touristenströme entlang der Seen

Nun ist an der Zeit für das Abenteuer namens „Alltag“. Ich habe mir schon eine Todo-Liste geschrieben, die ich ab Dienstag dann brav abarbeite. Die spannendsten Fragen, die sich in meinem Leben jetzt stellen: Womit werde ich mein Geld verdienen? Wann kommt Prinz Charming vorbeigeritten? Wie sieht meine echte Haarfarbe aus? Die Antworten

See Qianhai
See Qianhai

werden sicher skurril sein und auf persönliche Anfrage (am liebsten Treffen) natürlich alle beantwortet. Vielen Dank an alle die so herzlichen Anteil genommen haben. Fühlt Euch von mir virtuell gedrückt und ganz bald hoffentlich in echt!!! Über all das Gesülze wollen wir aber nicht Beijing vergessen. Ich war natürlich weiterhin fleißig und hier ein kleiner Ausschnitt meiner letzten Erkundungen. Ich habe

See im Zentrum von Beijing
See im Zentrum von Beijing

übrigens herausgefunden, warum die Chinesen immer so schreien. Während es sonst in allen Städten so laut durch den Verkehr war, ist es hier dank Elektro-Antriebe super leise. Das einzige, was hier Lärm verbreitet sind Zikaden und Menschen. Auch den Smog habe ich Gott sein Dank nicht erlebt. Kleine grüne Oasen sind die sechs Seen neben der Verbotenen Stadt. Noch von den

Bötchen fahren auf den äußeren Seen
Bötchen fahren auf den äußeren Seen

Mongolen angelegt, dienten sie früher dem Vergnügen der kaiserlichen Familie. Bis auf zwei sind alle öffentlich zugänglich, einer kostet Eintritt. An vielen Ecken herrscht das übliche Gewusel, einige sind eher

beschaulich und manchmal hat man das Gefühl im China der Jahrhundertwende (siehe oben) zu sein. Hier habe ich auch mal Fahrradfahren versucht – ist aber nicht zu empfehlen, außer man ist schwer suizidgefährdet. Das Zentrum der Identität von

Der Trommelturm
Der Trommelturm

Beijing ist das frühere kaiserliche Leben. Überall finden sich Zeugen der Zeit, die zentrale kaiserliche

Trommeldemonstration
Trommeldemonstration

Achse ist der Puls der Stadt. Im Trommel- und im Glockenturm wurde durch ein genau definiertes Stakkato von Schlägen die Zeit in die Stadt kommuniziert und damit der Takt vorgegeben. Die Gebäude sind wirklich beeindruckend. In

der riesigen Kultstätte rund um den Himmelsaltar (Wahrzeichen des Tsingtao Biers) versuchte der Herrscher in genau festgelegten Riten unter einem

Halle des Erntegebets
Halle des Erntegebets

gigantischen Einsatz an rituell geschlachteten Tieren, Anbetung mit Hilfe von Tafeln und der Aufführung opulenter sakraler Musik die Götter gnädig zu stimmen. Auf dem Gelände finden sich hierfür

spezielle Aufzuchtstationen, Schlachtereien ect. Besonder beeindruckt hat mich die riesige Schule für

Halle der sakralen Musik
Halle der sakralen Musik

die sakrale Musik, eine sehr große und schöne Anlage. Dagegen wirkt der

Patrizierpalast des Prinzen Gong fast ärmlich.

Gigantische Dimensionen haben wieder die Ming-Grabanlagen im Norden der Stadt. Ein Seelenweg führt mit 18 Paaren von Wächtern an die 13 Gräber heran. Ähnlich der

Der Seelenweg mit 18 Tier- und Menschenpaaren
Der Seelenweg mit 18 Tier- und Menschenpaaren

Verbotenen Stadt stehen jeweils in einer Achse Tore, Pavillions und Gebäude in denen der verstorbene

Opfergaben vor dem Eingang
Opfergaben vor dem Eingang

Kaiser die Gäste empfängt. Nur drei Grabanlagen sind frei zugänglich und nur die Grabkammer des Kaisers Wanli wurde geöffnet. Hier ruht er 27m tief mit seinem Gefolge in fünf Hallen. Die Grabbeigaben waren in 20 Kisten gelagert und können im Museum betrachtet werden. Dagegen wirkt das Mausoleum von Mao fast lächerlich. Hier liegt er wie Schneewittchen in einem schmucklosen Raum mit

seltsam leuchtendem Gesicht, während andächtig die Massen vorbeidefilieren. Natürlich ist fotografieren, nach zwei Stunden anstehen und fünf Sicherheitschecks, bei Todesstrafe verboten. Dafür hatte ich mal wieder ausgiebig Gelegenheit die Anstehkultur zu genießen: 4x Schirm im Gesicht, 13x in die Hacken treten, 22x Schubsen. Zum Schluß möchte ich mich dem Übersinnlichen und dem Profanen zuwenden. Im Tempel der Weißen Wolken

Zugang zum Tempel der weißen Wolken
Zugang zum Tempel der weißen Wolken

kann man dass Pantheon der taoistischen Götter kennenlernen. Ursprünglich eine philosophische

Rauchopfer vor dem Tempel
Rauchopfer vor dem Tempel

Schule basierend auf einem Buch von Laotse mauserte es sich über die Jahrhunderte durch Vereinigung von traditionellen chinesischen Traditionen, buddhistischen und konfuzianischen Vorstellungen zur einzigen einheimischen Religion Chinas.

Tai-Chi: Symbol der Taoisten
Tai-Chi: Symbol der Taoisten

Rauchschwaden von Räucherstäbchen tragen die Gebete zum Himmel. Ähnlich den christlichen Heiligen gibt es einen Gott für jeden Anlass und Gelegenheit – nur dass sie alle asiatisch aussehen und Männer sind. Frauen habe ich vergebens gesucht. Nur einen

Steinwurf entfernt steht im Schatten eines grotesk hässlichen Elektrizitätswerkes das älteste Gebäude

Die Pagode der himmlischen Ruhe
Die Pagode der himmlischen Ruhe

von Beijing: die Pagode des Tempels der Himmlischen Ruhe. Der Lärm des Industriemolochs sorgt jedoch nicht gerade für besinnliche Ruhe. Der Kontrast zwischen dem historischen Alten und degeneriertem Neuen könnte nicht krasser sein und ist für mich das Symbol für Beijing schlechthin.

DAS Sinnbild
DAS Sinnbild

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