Ulan-Ude – km 5609

Lenin mit Flaggen
Lenin mit Flaggen

Ulan-Ude („Rotes Tor“) ist die Hauptstadt der Republik Burjatien. Die Burjaten – ein mit den Mongolen verwandtes Volk – stellen trotz der Russifizierungserfolge noch 30% der Bevölkerung und sind damit der erkennbarste Unterschied zu allen

Gründungsort
Gründungsort

bisherigen Städten Russlands. In der Geschichte und im Stadtbild kommt einem irgendwie alles bekannt vor. Von den Kosaken auf einem Hügel mit Sicht auf die Ebene als Winterlager

gegründet, ein Triumphbogen zum Zarenbesuch von 1891!!!!, Leninstraße, verfallene Holzhäuser und der Zentralmarkt. Alte Markthallen kündigen von ehemaliger wirtschaftlicher Größe. Ein modernes

Einkaufszentrum sucht man mal wieder so vergeblich wie eine ansprechende Uferpromenade an der Selenga.

Am Sowjetplatz sprengt ein 5m hoher Leninkopf alle Dimensionen und erinnert unfreiwillig an mongolische Traditionen – die Köpfe der Feinde

Der mongolische Reiter
Der mongolische Reiter

wurden schon früher öffentlich zur Schau gestellt. Im Hintergrund sieht man neben der russischen die burjatische Flagge: Blau/Himmel, Weiß/Reinheit, Gelb/Sonne + Sonne, Mond, Sterne. Die gesamte Sowjetkultur wirkte auf mich aufgesetzt. Man hat

Der Sowjet-Platz
Der Sowjet-Platz

eigentlich wenig das Gefühl in Russland zu sein und wundert sich immer wieder über die russischen Insignien der Macht wie rote Sterne, Panzer, ewige Flamme ect. Im Zentrum stehen zwar

Hodigitreja-Kathedrale
Hodigitreja-Kathedrale

ein paar Kirchen, die Burjaten sind jedoch Anhänger des Buddismus lamaistischer Prägung. Überall finden sich inzwischen wieder neuerbaute Dazans (Gebetstempel) mit den bekannten Gebetsmühlen und ziemlich kitschig. Auf dem Gelände gibt es einen feenhaften Wald, der mit den fliegenden Gebetsfahnen (Windpferde) übersäht ist

Magischer Wald
Magischer Wald

und eine besondere Ausstrahlung hat. Am besten Aussichtpunkt über die Stadt vom Kahlen Berg thront wieder ein buddhistischer Tempel zu Ehren des Lama.

"Das Rote Tor"
„Das Rote Tor“
Windpferde
Windpferde

Früher waren die Burjaten, wie die Ewenken, Anhänger des Schamanismus. Im ethnografischen Freilichtmuseum kann man ein echtes Schamanenzelt

Zelt des Schamanen: Die Erde
Zelt des Schamanen: Die Erde

mit Ober- und Unterwelt und dienenden Geistern bestaunen. Alle Exponate sind echt und wurden aus den unterschiedlichen Landesteilen zusammengetragen – auch aus Olchon gibt es einen Opferplatz der Kurykanen. Daneben werden die verschieden Sommer- und Winterjurten der Burjaten, das Haus eines Atamanen (Führers) der Kosaken und Höfe der verbannten Altgläubigen gezeigt. Noch heute lehnen die Altgläubigen die moderne Welt – ähnlich den Amish – ab und leben ohne Strom, Autos und Alkohol.

Mein Heim
Mein Heim

Meine Wohnung lag in einer riesigen Hochhaussiedling mit einem fantastischen Blick über den Fluss.

Blick vom Balkon
Blick vom Balkon

Gegessen wird hier, wie bei den Mongolen meist Fleisch und das bedeutet Hammel in Form von Bozus – hier im traditionellen Nomadenzelt.

Die Hochzeitstraditionen sind jedoch eher westlich inspiriert.

2 Gedanken zu „Ulan-Ude – km 5609“

  1. Haha, Dein Whats Alp Bild ist lustig! Schreibst Du nicht mehr weiter? Sabine ist dich jetzt bei Dir, oder? Grüßles👋

    1. War jetzt die zwei Wochen mit den Mädchen unterwegs. Heute sind die letzten zwei nach Hause gefahren und ich bin wieder allein. Morgen mache ich den Blog. Lange nichts mehr von Dir gehört ..:-))

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